Grok-Odyssee: sieben Minuten KI-Film mit sichtbaren Unstimmigkeiten
Aktualisiert
Symbolbild
Was Golem.de in der siebenminütigen Sequenz gesehen hat
Die erste Episode einer Odyssee nach Elon Musks Vorstellungen ist bei X erschienen. Golem.de hat sich die rund sieben Minuten lange Sequenz angesehen, die mit Grok Imagine erzeugt wurde. Der Autor verbindet darin die schlampige Inszenierung von B-Movies mit der übertriebenen Charakterzeichnung von Nvidias DLSS 5. Eine B-Movie-Inszenierung könne zwar ein humoristisches Stilmittel sein, bei der Grok-Odyssee sei sie das aber offensichtlich nicht, weil sich die Inszenierung zu ernst nehme, schreibt er. Die Bilder sind laut Golem.de KI-generiert und stammen aus Grok Imagine.
Griechen wie Wikinger, Ruderer an der Außenwand
Die Unstimmigkeiten beginnen beim Setting. Die Griechen sehen eher wie Wikinger aus, dazu passt, dass ihre Triremen Langbooten gleichen. Beim Verlassen des Heimathafens scheint fast die komplette Mannschaft aller Schiffe unter Deck zu sein. In einer Kameraeinstellung bedienen die Ruderer an der Außenwand sitzend beide Ruder gleichzeitig. Auch drei Nordmänner tauchen auf Odysseus' Schiff auf. Dazu kommen Zweihänder bei den Griechen, was Golem.de sarkastisch der Grokipedia zuschreibt.
Physik und Proportionen: Gischt ohne Wellen
Grok Imagine meistert laut Golem.de nicht einmal grundlegende physikalische Aspekte. Vor der Landung bei Troja fährt Odysseus' Galeere über einen praktisch spiegelglatten Ozean, trotzdem spritzt am Bug immer wieder Gischt. Lanzen brechen beim Ansturm der Trojaner ohne erkennbaren Grund, und warum die Griechen sie der Reiterei nicht entgegenhalten, bleibt laut Golem.de eine eigene Frage. Bei den Figuren fallen unrealistische Proportionen auf, besonders deutlich bei Odysseus' Sohn Telemachus. Die Figuren sind nicht immer konsistent, was Golem.de zu den grundlegenden Problemen von KI-Videogeneratoren zählt.
Mimik und Schauspiel: was die KI nicht ersetzt
Abseits solcher Fehler zeigt die grobe Mimik der Charaktere eine Grenze: Schauspielkunst ist nach Einschätzung von Golem.de nicht so einfach zu ersetzen. Schauspieler werden vorerst wohl nicht arbeitslos, heißt es dort. Der Autor war bei einem früheren Beispiel, Gods don't give gifts, noch optimistisch, dass KI-Videogeneratoren interessante Ergebnisse liefern können. Die bei X veröffentlichte erste Episode der Odyssee hat ihn davon abgebracht: Ein Film sei wesentlich mehr als sich bewegende Bilder mit Vertonung.
Beteiligte und offene Punkte
Golem.de nennt die an der Inszenierung beteiligten Wonder Studios, ohne deren Anteil genauer zu beschreiben. Wer die siebenMinuten selbst prüfen will, findet sie bei X.
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